Workshop Immobilienbilder - Teil 1
Häufig ist keine aufwändige Bildbearbeitung notwendig, um Immobilienbilder deutlich aufzuwerten.
An den folgenden Beispielbildern sehen Sie, wie in wenigen Schritten aus einem Schnappschuss ein präsentationsfähiges Bild gemacht werden kann.
Ich habe für diesen ersten Teil des Workshops für bessere Immobilienbilder solch einen Immobilienschnappschuss verwendet, wie er häufig für die Präsentation vorliegt.
Hier das Originalbild wie es aus aufgenommen wurde. Schauen wir uns das Bild einmal an.
Oben ist es halbwegs richtig belichtet, unten ist es zu dunkel. Das ist ganz normal, schließlich ist eine Häuserfassade in einem Straßenzug immer unten dunkler als oben. Das menschliche Auge korrigiert diesen Helligkeitsunterschied unbemerkt. Auf einem Foto fällt es dann plötzlich störend auf.
Außerdem ist das Bild krumm und schief. Die perspektivische Verzerrung nach oben ist auch ein normaler Effekt. Stehen aber mehrere Bilder nebeneinander, wie dies in Exposes häufig der Fall ist, dann sieht es schon etwas komisch aus. Gut, ein anderer Aufnahmestandpunkt hätte eine bessere Perspektive ergeben. Nur: nochmal hinfahren und nochmal fotografieren lohnt nicht. Wir finden einen anderen Weg.
Das Fallrohr der Regenrinne, die Dachkante und der Gehweg sind krumm, was eine Folge schlecht korrigierter Weitwinkelobjektive ist.
Schritt 1 – Helligkeit und Kontrast korrigieren
Wenn wir das ganze Bild heller machen würden, wäre nichts gewonnen. Dann wäre es oben zu hell (das Beispiel können wir uns sparen).
Im Idealfall haben wir noch ein zweites Bild, welches absolut exakt vom gleichen Standpunkt aus heller belichtet wurde. Das ist nur mit einem Stativ möglich. Dann könnten wir die zwei Bilder übereinander legen. Im unteren Bereich würden wir mehr vom hellen Bild nehmen, im oberen Bereich mehr vom dunkleren und in der Mitte von beiden.
Hier im Beispiel wurde eine neue Ebene angelegt mit dem gleichen Bild. Dieses Bild wurde entsprechend aufgehellt und im Kontrast korrigiert. Über eine Ebenenmaske werden die beiden Bilder überblendet. Es ist ein ähnlicher Effekt, wie man ihn mit einem Grauverlauffilter erzielen würde.
Die angegebenen Bearbeitungsschritte sind nicht auf ein bestimmtes Bildverarbeitungsprogramm abgestimmt. Es lassen sich hierfür alle gängigen Bildverarbeitungsprogramm (z.B. Gimp, CorelPhotopaint, Paintshop Pro, Photoshop etc.) verwenden.
Schritt 2 – Kissenverzerrung beseitigen
Als nächstes begradigen wir das Fallrohr der Regenrinne. Bevor wir den Flaschner rufen … – auch hierfür gibt es einfachere und billigere Mittel. Die Verbiegung resultiert aus der Kissenverzerrung des Weitwinkelobjektives. Diese Verzerrung ist von Objektiv zu Objektiv, von Kamera und Kamera unterschiedlich. Um diese Verzerrung herauszurechnen, bietet sich PTLens an.
Schritt 3 – Perspektive entzerren
Nun wird es für einen größeren Umbau Zeit. Das Bild wird entzerrt. Zugegeben, wir veranstalten hier eine Art optisches Täuschungsmanöver, denn in der Praxis sieht das Haus tatsächlich so aus wenn wir die Kamera nach oben geneigt halten. Daher habe ich in diesem Beispiel das Bild nicht ganz entzerrt.
Natürlich könnten wir jetzt noch den Himmel wieder blau machen – wie Sie in den Spiegelungen der Fenster sehen, war der Himmel bei der Aufnahme tatsächlich blau – und die Autos “wegfahren”. Dies soll in der nächsten Folge des Fotoworkshops “Immobilienbilder” gezeigt werden.



