1984-1987 - Fotosatz
Aufbau eines Fotosatzbetriebes mit Repro
Arbeiten
- Festschriften
- Geschäftsberichte
- Fremdsprachensatz
- Akzidenzen
Satz und Repro einer lokalen Wochenzeitung.
Das war die Zeit, als die Buchstaben noch aus Licht gemacht wurden. Ich habe leider kein Bild mehr einer solchen Maschine gefunden.
Nein, ich bin kein Nostalgiker. Ich habe auch nie Fahrpläne im Bleisatz gesetzt. Doch stelle ich bei der Erstellung dieser Geschichte fest, dass sich doch einiges verändert hat. Und dass es viele Sachen, die es früher einmal gegeben hat nicht mehr gibt. Dass es Fotosetzmaschinen höchstens noch im Museum gibt ist mir natürlich auch klar. Aber dass sich keine Bilder dieser Apparate mehr finden lassen hat mich jetzt doch überrascht.
Aber ich wollte ja über meinen beruflichen Werdegang berichten.
Also Fotosatz. Ein Bekannter hat mich dazu überredet. Eigentlich wollte ich nicht. Aber es sollte dann doch sein. Also habe ich eine Maschine gekauft. 50000 Mark waren ganz schön viel Geld. So viel hat damals eine Berthold CPS 520 II gekostet – das war sozusagen die Einsteigermaschine. Mit vier Magazinen, das heißt man konnte vier Schriftscheiben gleichzeitig in das Magazin laden.
Die Schriftscheiben waren mit Chrom bedampfte Glasscheiben, mit einem Kunststoffrähmchen versehen. Über eine elektromechamische Prismenoptik wurde dann auf den Film belichtet. Der musste Blatt für Blatt in der Dunkelkammer in eine etwa drei Kilo schwere Kassette eingelegt werden. Apropos Schriften. Eine Schriftscheibe hat 750 DM gekostet. Da war dann beispielsweise der Schriftschnitt Helvetica mager drauf. Oder Times New Roman. Wollte man die Schrift noch in kursiv haben, dann waren nochmal 750 DM fällig und für den fetten Schnitt nochmal 750 DM. So war das damals.
Gespeichert wurden die Arbeiten auf hardsektorierten 8-Zoll-Disketten. Single-Side konnten pro Diskette 360 KB Daten untergebracht werden. Die Maschine hatte zwei Diskettenlaufwerke. Das Programm musste nach dem Einschalten erst über eine sogenannte I/O-Diskette geladen werden.
Die Maschine wog über 100 Kilo. Prozessor: Motorola 8088.
Dann gab es noch eine kurze Phase, in der ich mich bereits als Operator für Computergrafik verdient habe. An einem AVL Grafikcomputer, der aus einem 286er PC und damals schon einem 14 Zoll Farbmonitor bestand. Belichtet wurde auf Kleinbilddias mit einem speziellen Diabelichter.